gn Bad Bentheim. Angesichts der angespannten finanziellen Lage in Bad Bentheim und der immens hohen Ausgaben für den Badepark ist für die Ratsfraktion der Bündnis90/Die Grünen der Jubel um den „Badepark-Mehrwert“ unverständlich. „Ein Mehrwert ist vielleicht vorhanden, aber viel weniger für den städtischen Haushalt als vielmehr für den Ferienparkbetreiber, der damit seine Gewinne maximieren kann“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Verwundert angesichts des hohen städtischen Finanzbedarfs für den Badepark sind die Grünen keineswegs. Sie wären 2008 diejenigen gewesen, die vom Bau einer großen Bade- und Saunalandschaft abgeraten haben und daher auch den damaligen Haushalt ablehnten hätten. Es sei ihnen dabei keineswegs darum gegangen, Bürgern und Touristen aus reiner Oppositionshaltung eine lokale Attraktion vorzuenthalten. Vielmehr hätten die Grünen schon seinerzeit vor nicht tragbaren Investitions- und Betriebskosten bei zu geringer finanzieller Beteiligung des Ferienparkbetreibers gewarnt. Diese schwierige Situation ist aus Sicht der Grünen nun eingetreten und „Hurrarufe“ daher fehl am Platz. Sicher mache das Familienbad den Tourismusstandort Bad Bentheim attraktiver und steigere die Übernachtungszahlen. Allerdings habe die Stadt auch erhebliche zusätzliche Mittel für den touristischen Bereich aufzubringen.
Außerdem seien viele der im Bereich Gastronomie und Hotelgewerbe geschaffenen Arbeitsplätze im unteren Lohnbereich angesiedelt. Diesbezügliche Steuermehreinnahmen fielen daher eher gering aus. Eine tatsächliche positive finanzielle Wirkung sei für die Stadt nicht direkt zu beziffern. Unter dem Strich sehen die Grünen für die Bad Bentheimer Kommune eine zu hohe finanzielle Belastung durch den Badepark. Diese verhindere an anderer Stelle sinnvolle Investitionen und zwinge zu bitteren Einsparungen.
Es gälte jetzt, gemeinsam und konstruktiv nach Lösungen zu suchen. Keine gute Lösung sei allerdings die gegen die Stimmen der Grünen beschlossene Erhöhung der Familientageskarte von 12 auf 14 Euro. Sie ist damit die teuerste Tageskarte im Vergleich zu anderen Bädern in der Umgebung. Ein Umstand, der von der Verwaltung im Pressegespräch offenbar nicht benannt wurde.
Es hat zahlreiche Gespräche zwischen den vier im Bad Bentheimer Rat vertretenen Parteien gegeben, doch zu Koalitionen wird es nicht kommen. CDU und Bündnisgrüne hätten eine Mehrheit im Rat gehabt bei 14 bzw. drei Sitzen, sehen aber beide keinen Sinn in einer Gruppenbildung und wollen politische Entscheidungen an der Sache orientiert treffen.
Von Detlef Kuhn - Bad Bentheim. Am Montag ab 19.30 Uhr steht im Forum der Realschule bei der konstituierenden Sitzung des neuen Bad Bentheimer Stadtrates zunächst die Verpflichtung der Ratsmitglieder und die Pflichtenbelehrung auf dem Programm. Doch dann kommen weitere wichtige Personalentscheidungen zur Abstimmung: Die Wahl des Ratsvorsitzenden und seiner Stellvertreter sowie die Abstimmung über die beiden ehrenamtlichen Stellvertreter von Bürgermeister Dr. Volker Pannen (SPD).
Eigentlich sollte für die CDU Christel Somberg erste stellvertretende Bürgermeisterin werden, benötigt auf Grund einer Erkrankung aber erst einmal eine längere Auszeit. Dafür tritt Heiner Beernink zur Wahl an, der eigentlich Hermann Schulze-Berndt als Fraktionsvorsitzenden ablösen sollte. Der wird dieses Amt zunächst bis Sommer 2012 weiter ausüben. Dann will die CDU möglicherweise wieder auf ihre ursprüngliche Personalplanung zurückkommen.
Einen Wechsel gibt es auch in der SPD-Fraktion mit ihren 12 Mitgliedern, wo nach viel interner Kritik an seiner Arbeit der bisherige Vorsitzende Friedbert Porepp selbst Dr. Carin Stader-Deters als seine Nachfolgerin vorschlug, die auch einstimmig gewählt wurde. Als Stellvertreter fungieren weiterhin neben Porepp Jürgen Luksherm und Johann Bardenhorst. Letzterer soll auch für das Amt des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters kandidieren, nachdem er sich in einer Kampfabstimmung zusammen mit Carin Stader-Deters und Jürgen Luksherm gegen Porepp bei der Wahl für die drei verbliebenen Plätze im wichtigen alle zwei Wochen tagenden Verwaltungsausschuss (VA) durchgesetzt hatte. Die VA-Mitgliedschaft ist aber auch Voraussetzung dafür, um zum Bürgermeister gewählt zu werden. Da keiner der Kandidaten im Vorfeld freiwillig auf eine Kandidatur verzichten wollte, hat die SPD die neue Fraktion über alle Personalentscheidungen abstimmen lassen.
Für die CDU sollen zunächst weiter Helena Hoon, Andre Holke, Hermann Schulze-Berndt und Heiner Beernink dem VA angehören, der erst einmal den Sitz von Christel Somberg einnimmt. Neu im VA wird Friedhild Füser von der Grünen-Fraktion sein, die angesichts von vier Stimmen dort für die CDU und die SPD (mit der Stimme des Bürgermeisters) das Zünglein an der Waage sein könnte.
Der neue starke Mann bei der CDU heißt Heiner Beernink, der seine Ämter (er ist auch Ortsvorsitzender) aber nicht als Vorentscheidung für eine Kandidatur gegen Volker Pannen bei der nächsten Bürgermeisterwahl 2014 verstanden wissen will. „Das ist definitiv für mich noch kein Thema“, sagt er dazu auf GN-Anfrage. Doch er wisse auch, dass es etliche in der CDU gebe, die meinten, man müsse in dieser Frage eine langfristige Strategie verfolgen. Erst aber müsse man mal abwarten, wie sich die Zusammenarbeit der CDU mit dem jetzigen „sehr aktiven Bürgermeister“ in den nächsten Jahre gestalte. Auf jeden müsse es Änderungen in der Ratsarbeit geben, „denn Volker Pannen habe den Rat mit Informationen, Beiträgen und Referenten so überflutet, dass für die Diskussion wichtiger Fragen nicht genügend Zeit geblieben ist“. Der Redeanteil der Politik im Rat habe unter 20 Prozent gelegen. Nach Ansicht von Beernink wird die Politik in Bad Bentheim in den nächsten fünf Jahren lebendiger, „denn der Bürgermeister muss sich noch mehr um Mehrheiten bemühen“. Das werde der Politik gut tun.
Von Steffen Burkert - Bad Bentheim. Eigentlich hat sich im Rat der Stadt Bad Bentheim mit der Wahl am Sonntag nicht viel verändert: Die CDU stellt weiterhin mit 14 Sitzen die größte Fraktion, SPD und Grüne können jedoch gemeinsam mit SPD-Bürgermeister Dr. Volker Pannen eine ganz knappe Mehrheit bilden. Einziger Unterschied zur vergangenen Wahlperiode: Die parteilose Friedhild Füser sitzt jetzt auch ganz offiziell für die Grünen im Rat, während sie bislang zumindest auf dem Papier noch der SPD-Fraktion zuzuordnen war. Der eine Sitz der FDP bleibt bei allen Konstellationen bedeutungslos. Alles beim Alten also? Keineswegs. Mit ihrem auf den ersten Blick so unspektakulären Votum haben die Bürger im Rat durchaus einiges in Bewegung gebracht.
Da ist zunächst einmal die CDU, die froh darüber ist, sich in fünf Jahren gegen einen überaus agilen SPD-Bürgermeister Volker Pannen behauptet zu haben. Sie kann sich in ihrem strikten Kurs der Haushaltskonsolidierung bestätigt fühlen und wird künftig noch deutlicher darauf drängen, dass bei allen Entscheidungen des Rates der Blick auf die Kassenlage ausschlaggebend ist.
Allerdings: Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren war die Bad Bentheimer CDU massiv eingebrochen, war von 55 auf 46 Prozent abgestürzt. Und diesen Verlust konnte sie vorgestern nicht wieder wettmachen. Sie ist also noch lange nicht zu alter Stärke zurückgekehrt.
Interessant wird nun zu beobachten sein, wen die Christdemokraten als Kandidaten für die nächste Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters in Stellung bringen, die 2014 ansteht. Ein erster Fingerzeig könnte die Entscheidung über den Fraktionsvorsitz werden. Den hat bisher Hermann Schulze-Berndt inne. Doch der jüngere Heiner Beernink vereinte fast dreimal so viele Stimmen (914) auf sich und holte das beste Ergebnis seiner Partei. Das dürfte die Position des bisherigen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden weiter gestärkt haben.
In der SPD hingegen ist Wunden lecken angesagt. Von einem Bürgermeisterbonus, gar von Rückenwind für Rathauschef Dr. Volker Pannen war bei dieser Wahl nichts zu spüren. Im Gegenteil: Nach dem Höhenflug 2006 ist der Stimmenanteil der Sozialdemokraten wieder geschrumpft – liegt aber noch deutlich über dem Ergebnis von 2001. Gefehlt haben der SPD nicht zuletzt die 3474 Stimmen, die Volker Pannen selbst vor fünf Jahren auf sich vereinen konnte. Als amtierender Bürgermeister stand er diesmal nicht auf der Liste für den Rat, damit fehlte der SPD ein Zugpferd. Allerdings gilt für die CDU dasselbe, denn auch deren damaliger Bürgermeister Günter Alsmeier trat nicht erneut für den Stadtrat an.
Die meisten Stimmen (684) holte bei der SPD Carin Stader-Deters, eine der beiden amtierenden stellvertretenden Bürgermeisterinnen. Ob sie dieses Amt erneut anstrebt oder vielleicht Fraktionsvorsitzende werden will, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Der bisherige Fraktionschef Friedbert Porepp liegt mit 587 Stimmen in der parteiinternen Rangliste auf Platz drei in der Wählergunst – hinter dem außergewöhnlich starken Jürgen Luksherm, der mehr als doppelt so viele Stimmen (602) holte wie 2006.
Auf Anhieb die stärkste Grüne wurde Friedhild Füser (269 Stimmen). Ihr konsequent eigenständiger Weg – häufig in direkter Konfrontation zur SPD-Fraktion – hat ihr nicht geschadet. Nun muss sich zeigen, ob sie mit dem ebenfalls sehr unabhängig agierenden Michael Aßmann und dem bislang eher stillen, soliden Stefan Gerdes ein Team bilden kann. Klar dürfte sein: Eine enge Zusammenarbeit mit der SPD, gar die Bildung einer Mehrheitsgruppe ist mit Füsers Seitenwechsel vom Tisch. Sie war schon in der vergangenen Ratsperiode nicht zuletzt wegen persönlicher Animositäten zwischen einzelnen Ratsmitgliedern nicht zustande gekommen. Schwarz-Grün hingegen hat es Ende der 1990er Jahre in Bad Bentheim schon einmal gegeben. Eine solche Mehrheitsgruppe, wie sie sich wohl in Schüttorf bilden wird, könnte Volker Pannen die Arbeit im Bentheimer Rathaus richtig schwer machen.
Welche Mehrheiten sich bilden, wird erstmals in der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am 21. November zu beobachten sein. Dann gilt es, zwei stellvertretende Bürgermeister zu wählen. Bislang haben Christel Somberg (CDU) und Dr. Carin Stader-Deters (SPD) diese Ämter inne. Beide wurden erneut in den Rat gewählt.
Und die FDP? Statt Ingrid Niehaus sitzt nun Peter Wiering im Rat, der sich bislang schon als engagierter Bürger eingemischt hat und von dem sicherlich mehr Wortmeldungen zu erwarten sind als von seiner Vorgängerin. Doch egal, welche Mehrheiten CDU, SPD und Grüne bilden – die Stimme des Freidemokraten kann nur dann ausschlaggebend sein, wenn sich viele Ratsmitglieder anderer Parteien bei Entscheidungen nicht in einen Fraktionszwang einbinden lassen.
Das allerdings ist im Bentheimer Rat durchaus üblich. Eine Situation, mit der Volker Pannen in den vergangenen Jahren gut umzugehen wusste. Als Verwaltungschef gelang es ihm in der Regel, parteiübergreifende Mehrheiten zu schmieden. Doch je näher die nächste Bürgermeisterwahl rückt, desto schwerer dürfte ihm dies angesichts einer selbstbewussteren CDU fallen.
Die Parteiverantwortlichen hatten es um 18 Uhr schon kommen sehen: Es wird sehr knapp werden. Erst mit dem Endergebnis stand aber fest, dass sich im Bad Bentheimer Rat eine Mehrheit von CDU und Grünen bilden kann, die von der SPD einen Sitz gewonnen haben. Bei einer solchen Blockbildung würde die Stimme des Bürgermeisters nicht den Ausschlag geben. Auch im wichtigen Verwaltungsausschuss hat die SPD damit ihre Mehrheit verloren.
Wieder waren 30 Sitze zu vergeben, Der im Rat stimmberechtigte Bürgermeister Dr. Volker Pannen (SPD) stand nicht zur Wahl. Auf seine Stimme war es bisher angekommen, wenn SPD (13 Sitze) und Grüne (zwei Sitze) zusammen abstimmten gegen CDU (14 Sitze) und FDP (ein Sitz). Doch wurden viele Entscheidungen auch mit breiter Mehrheit getroffen. Ändern würde sich nur etwas, wenn sich anders als im bisherigen Rat doch neue feste Konstellationen ergeben würden, die die Parteien bisher abgelehnt hatten. Das wäre aber nur dann der Fall, wenn CDU und Grüne eine Gruppe bilden würden. Eine solche Zusammenarbeit gab es schon einmal im Rat.
Entscheidend wird das Verhalten der Bündnisgrünen sein. Friedhild Füser gehörte als Parteilose bisher der SPD-Fraktion an, hat sich im Rat aber schon länger als eigenständiger politischer Kopf erwiesen. Sie kandidierte dieses Mal auf der Grünen-Liste und und konnte ihr Stimmenergebnis von 2006 jetzt weiter verbessern. Sie wird die Grünen zusammen mit dem Ortsvorsitzenden Stefan Gerdes und Spitzenkandidaten Michael Aßmann im Rat vertreten, der viel kommunalpolitische Erfahrung mitbringt und als gewiefter Taktiker gilt. Die Grünen hatten sich beim Thema zweiter Ferien- und Vergnügungspark für Bad Bentheim als einzige Partei ablehnend positioniert – und auch ein wenig auf den Bundestrend gehofft. „Mal sehen, wer nach der Wahl auf wen zugeht“, halten sich die Grünen alle Optionen offen.
„Wir wären enttäuscht, wenn wir nicht mindestens wieder 14 Sitze erreichen“, hatte der CDU-Vorsitzende Heiner Beernink kurz nach Schließung der Wahllokale gesagt. Schließlich kämpfe man gegen den Bundestrend, wo die CDU bei 32 Prozent liegt, und könne nicht auf einen „Bürgermeister-Bonus“ zählen. Mit 46 Prozent wie 2006 könne man Bad Bentheim getrost als CDU-Hochburg bezeichnen.
Die SPD wäre damit zufrieden gewesen, wenn alles so geblieben wäre, wie es bisher war, hatte insgeheim auch auf einen weiteren Sitz im Rat gehofft. Aufgerufen hatte der Ortsvorsitzende Johann Bardenhorst auf Facebook, „durch andere Mehrheiten nicht wieder eine Stillstandspolitik zu ermöglichen, weil es dann Blockademöglichkeiten gibt“. Im Verwaltungsausschuss muss die SPD jetzt einen Sitz an die Grünen abtreten, die bei je vier Stimmen für SPD und CDU dort damit entscheidendes Gewicht bekommen.
Bürgermeister Volker Pannen freut sich auf zahlreiche neue Ratsmitglieder, die sicher neue Impulse geben würden. „Das ist gut für die Stadt und insofern eine erfreuliche Wahlentscheidung“, sagte er gestern kurz vor Mitternacht, als das endgültige Wahlergebnis für Bad Bentheim endlich vorlag. Er hofft darauf, dass eine sachorientierte Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg auch weiterhin möglich sei. Es habe sich durch den Verlust eines Sitzes für die SPD keine grundlegende Änderung ergeben, weil es auch schon bisher möglich gewesen wäre, Entscheidungen gegen die SPD zu treffen. Auf kommunaler Ebene hält Pannen es für sinnvoller, „an der Sache orientiert Mehrheiten zu finden und nicht durch Gruppenbildungen“. Aber darüber müssten jetzt die Fraktionen entscheiden.
Für Ingrid Niehaus wird in Zukunft Peter Wiering, Major a.D., die FDP im Rat der Stadt vertreten. Er ist bisher durch kritisch-konstruktive Fragen in den Einwohnerfragestunden aufgefallen. Für „Die Linke“ und Einzelbewerber Bernd Somberg reichte es nicht zu einem Ratssitz.
gn Bad Bentheim. Bündnis 90/Die Grünen in Bad Bentheim haben ihr Wahlprogramm 2011 bis 2016 verabschiedet. Ein wesentliches Anliegen der Grünen ist dabei der Schutz des gewachsenen Erscheinungsbildes der Stadt und der Bad Bentheimer Kulturlandschaft. Das schließe aber Verbesserungen und Entwicklungen nicht aus. Ausdrücklich wenden sie sich aber gegen einen weiteren Ferien- und Vergnügungspark an der niederländischen Grenze in Holt und Haar.
„Es existieren Pläne, Grundstücksverhandlungen werden zielgerichtet durchgeführt. Die Öffentlichkeit und selbst der Rat sind jedoch nicht oder nur sehr unzureichend informiert“, beklagt Friedhild Füser, bisher noch parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion und jetzt Kandidatin für die Grünen. Sie befürchtet, „dass bereits derart weit reichende Verhandlungen und Gespräche stattfanden, sodass es später einen Schritt zurück ohne große Verlust für Stadt und beteiligte Grundstückseigentümer nicht mehr geben kann“.
Michael Assmann – langjähriges Bauausschussmitglied der Grünen – betont ausdrücklich: „Den Tourismus in Bad Bentheim weiterzuentwickeln und zu stärken, ist auch uns Grünen ein wichtiges Anliegen. Dies bedeutet für uns aber nicht, weitere Flächen der Naherholung oder der Landwirtschaft zu entziehen. Die Förderung des Tourismus kann aus unserer Sicht auch durch eine Entwicklung von zum Beispiel Landgütern, Ferien auf dem Bauernhof und Reiterhöfen gelingen.“
Allgemein muss nach Ansicht des Grünen-Ortsverbandes der Stadtrat zukünftig mehr Transparenz im Bad Bentheimer Entwicklungsprozess einfordern. Bisher neige die Verwaltung immer wieder dazu, große Projekte weitreichend vorzuplanen, dabei Politik und Bürger nicht ausreichend zu informieren und zu beteiligen und somit eine öffentliche Diskussion und Meinungsbildung zu verhindern.
Eine weitere wichtige Forderung im Wahlprogramm von Bündnis 90/die Grünen ist eine vernünftige und generationengerechte Finanzpolitik. Dabei stehe die Verminderung der Verschuldung im Vordergrund. Kürzungen verbieten sich für die Grünen jedoch im Bereich der sozialen Gerechtigkeit, des Umwelt- und Klimaschutzes sowie in der Bildung. Wirtschaftsförderungs- und Arbeitsplatzpotenziale sehen die Grünen im Bereich der gezielten Ansiedlung von Firmen im Bereich umweltfreundlicher Technologien, aber auch im Bereich der regenerativen und dezentralen Energiegewinnung/-Versorgung.
Im Themenfeld Jugend, Familie, Senioren, Sport und Soziales setzen die Grünen auf eine Verbesserung von Lebensbedingungen. Als Beispiele werden genannt: Förderung seniorengerechten Wohnens; Ausbau des ÖPNV (unter anderem Bürgerbus); Einführung der Oberschule; Sporthal-len/Sportstättenkonzeption- und Ausbau; nachfrageorientierte Betreuungsangebote für Kinder; Unterstützung und Optimierung der Jugendarbeit in Vereinen und Jugendhaus sowie Vernetzung mit Schulen; Durchführung von Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekten.
„Mit diesen Themen muss sich der neu gewählte Rat im Rahmen einer Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes Bad Bentheim 2020 unter Beteiligung der Bürger befassen. Insbesondere die aktuellen demographischen Entwicklungen und Umwelt- und Klimaschutzbelange müssen dabei Berücksichtigung finden“, fordert Stefan Gerdes, Vorsitzender der Bündnis 90/die Grünen in Bad Bentheim. Das gesamte Wahlprogramm kann im Internet nachgelesen werden unter http:// www.gruene-grafschaft.de/ bad-bentheim.
gn Bad Bentheim. Der Bad Bentheimer Ortsverband Grüne/Bündnis’90 hat auf seiner letzten ordentlichen Mitgliederversammlung in Gildehaus die Kandidaten für die Stadtratswahl am 11. September 2011 nominiert. Die vom Vorstand vorgeschlagenen Personen wurden einstimmig gewählt. Die Reihenfolge der Liste lautet: Michael Aßmann, Friedhild Füser, Stefan Gerdes, Rainer Tibbe und Günter Heetderks. „Mit Michael Aßmann auf Platz 1 der Liste kandidiert erneut einer der erfahrensten Kommunalpolitiker der Stadt Bad Bentheim“, betont der Ortsverband. Seit über 20 Jahren gehört Aßmann entweder dem Kreistag Grafschaft Bentheim oder dem Stadtrat von Bad Bentheim an.
Friedhild Füser (parteilos) und Stefan Gerdes haben jeweils bereits fünf Jahre Ratserfahrung. Bei der letzten Kommunalwahl hat Füser als Parteilose noch für die SPD kandidiert und seitdem der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bad Bentheim als parteiloses Mitglied angehört. Mit Rainer Tibbe und Günter Heetderks (ebenfalls beide parteilos) ist das Kandidatenteam komplett. Der Ortsverband hofft, die jetzige Fraktionsstärke von zwei auf mindestens drei Sitze zu erhöhen.
Mit Beatrice Fankhaenel-Schäfer (Bardel) ist es dem Ortsverband zudem gelungen, eine Kandidatin für den Grafschafter Kreistag zu gewinnen. „Der Ortsverband Grüne/Bündnis’90 will auch in der neuen Legislaturperiode eine nachhaltige, soziale, ökologische und vor allem eine konsequente Politik für Bad Bentheim verfolgen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Der Bad Bentheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat auf seiner letzten ordentlichen Mitgliederversammlung in Gildehaus die Kandidaten für die Stadtratswahl am 11. September 2011 nominiert.
Die vom Vorstand vorgeschlagenen Personen wurden einstimmig gewählt.
Die Reihenfolge der Liste lautet: Michael Aßmann, Friedhild Füser, Stefan Gerdes, Rainer Tibbe und Günter Heetderks.
Mit Michael Aßmann auf Platz 1 der Liste kandidiert erneut einer der erfahrensten Kommunalpolitiker der Stadt Bad Bentheim. Seit über 20 Jahren gehört er entweder dem Kreistag Grafschaft Bentheim oder dem Stadtrat von Bad Bentheim an. Friedhild Füser (parteilos) und Stefan Gerdes haben jeweils bereits 5 Jahre Ratserfahrung. Mit Rainer Tibbe und Günter Heetderks (parteilos) ist das Kandidatenteam komplett.
Der Ortsverband hofft, die jetzige Fraktionsstärke von zwei auf mindestens drei Sitze zu erhöhen.
Mit Beatrice Fankhaenel-Schäfer (Bardel) ist es dem Ortsverband zudem gelungen, eine Kandidatin für den Grafschafter Kreistag zu gewinnen.
Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen will auch in der neuen Legislaturperiode eine nachhaltige, soziale, ökologische und vor allem eine konsequente Politik für Bad Bentheim verfolgen.
dk Bad Bentheim. Die Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Bad Bentheim sind nach Ansicht der Grünen-Fraktion im Stadtrat zu wenig bekannt und es fehlen möglicherweise niedrigschwellige Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Senioren und auch für arme Menschen, für die günstige Angebote als soziale Verbesserungen wirken würden. Zu begrüßen seien die Vergünstigungen der ÖPNV-Nutzung für Touristen aus klimapolitischen und fremdenverkehrlichen Gründen. Die Stadtverwaltung soll klären, welche Kosten entstehen würden, wenn man das Angebot für Touristen, alle Buslinien für einen Euro zu benutzen, auf schulpflichtige Jugendliche, Kinder innerhalb von Bad Bentheim und Empfänger von Transferleistungen ausdehnen würde? Die Gruppen könnten dann auch Freizeitangebote, die Bad Bentheim selber vorhalten kann, wahrnehmen wie zum Beispiel in Nordhorn, Gronau oder Schüttorf (für Kinder: In Gildehaus oder Bad Bentheim). Im Bau- oder auch im Sozialausschuss könnten nach Ansicht der Bad Bentheimer Bündnisgrünen aber auch Fragen geklärt werden wie: Ist eine Ausdehnung der Fahrtroute des Bäderbusses bis zum Bahnhof Gildehaus sinnvoll? Mit welchen Mehrkosten bzw. Mehreinnahmen wäre zu rechnen?
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Der Golfclub Euregio in Bad Bentheim möchte sein Vereinsgelände etwas vergrößern, um die Driving Range und den Regenwasserspeicher erweitern zu können. Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung des Ausschusses für Planung, Bau und Umwelt, wurde dann jedoch kurzfristig von der Stadtverwaltung wieder heruntergenommen. Hintergrund: Die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt und im Kreistag üben Kritik an den Plänen des Vereins und am Vorgehen der Stadt- und der Kreisverwaltung, die den Sachverhalt lediglich oberflächlich geprüft hätten. Ratsherr Michael Aßmann und Kreistagsmitglied Dieter Kunert sprechen von „illegaler Waldvernichtung“, die mithilfe der Verwaltungen nachträglich legitimiert werden solle.
Im Golfclub selbst hat man für solche Vorwürfe kein Verständnis. Richtig sei, dass es beim Einzäunen des Parkplatzes sowie der Errichtung eines Kinderspielplatzes und einer Ausweichfläche zum Parken ein Missverständnis gegeben habe, erklärte Platzwart Erich Theisen den GN in Vertretung des verreisten Präsidenten Peter Thielicke. Die erforderliche Genehmigung habe in der Tat nicht vorgelegen. Deshalb habe die Untere Waldbehörde des Landkreises ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Zudem müsse für die umgewandelte Waldfläche an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden. Theisen betonte allerdings, der Verein habe auf dem Gelände, das dieser in Erbpacht übernommen habe, „keinen einzigen gesunden Baum gefällt“.
Die Grünen jedoch kritisieren, dass das gesamte Unterholz entfernt und die Fläche geschottert worden sei. Das sei nicht zulässig gewesen. Dieter Kunert und Michael Aßmann beklagen, dass die Kreisverwaltung nun lediglich ein Bußgeld verhängen wolle. „Es darf nicht sein, dass man erst Fakten schaffen und sich dann freikaufen kann“, sagte Michael Aßmann. Damit lade man andere ein, ebenfalls so vorzugehen. Die Bündnisgrünen verlangen, dass auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Ausweichparkplatz der frühere Zustand wiederhergestellt wird. Kunert: „Der Landkreis sollte hier ein Exempel statuieren.“
Gesprächsbereit zeigt sich der Golfclub bei den nun anstehenden Erweiterungsplänen. Wenn es sich im Bereich des Regenwasserspeichers tatsächlich um ein schützenswertes Gebiet handele, wie die Bündnisgrünen meinen, dann sei es für den Verein eine Selbstverständlichkeit, dieses zu erhalten, erklärte Platzwart Theisen. Man habe daher ein Gutachten in Auftrag gegeben und bereits Ausweichflächen geprüft. „Letztlich geht es uns darum, dass wir den Rasen mit Regenwasser sprengen wollen statt mit Trinkwasser“, erklärt Theisen. Ein Vorhaben, das übrigens auch die Bündnisgrünen im Grundsatz begrüßen.
Der Golfclub betreibe aktiv Naturschutz, betont der Platzwart. Er verweist auf mehrere Biotope, die sich auf dem Platz befänden und für deren Erhalt und Schutz der Verein gerade in jüngster Zeit auch Anerkennung von Fachleuten erfahren habe. Michael Aßmann und Dieter Kundert hingegen beklagen den massiven Flächenverbrauch durch den Golfclub. Das von ihnen kritisierte Vorgehen des Bad Bentheimer Vereins zeige, „wie der Golfsport mit der Natur umgeht“.
Grundstücksangelegenheiten sind laut Gemeindeordnung vertraulich zu behandeln. Gleichwohl heizt die Frage, wem eigentlich das Schulgelände an Schürkamp und Brennereistraße in Bad Bentheim gehört, auch die öffentliche Diskussion über den dort geplanten Schulneubau weiter an.
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Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bad Bentheim hat die Grundstückspolitik von Dr. Volker Pannen (SPD) kritisiert. Der Bürgermeister wolle die geplante neue Grundschule an einer Stelle ansiedeln, „wo einschließlich der Sporthalle nicht der ganze Grund und Boden der Stadt gehört“, sagte der christdemokratische Fraktionsvorsitzende Hermann Schulze-Berndt. Es sei „einigermaßen sonderbar“, wenn die Stadtverwaltung das alte Schulgelände an der Marktstraße verkaufen wolle, ohne schon über sämtliche Flächen für die geplante neue Schule am Schürkamp zu verfügen.
Das Problem: Die Stadtverwaltung hat auf GN-Nachfrage bestätigt, dass sich die Schürkamphalle und Teile des dortigen Schulgeländes auf Grundstücken befinden, die nicht der Stadt gehören. Details nennt der Bürgermeister jedoch nicht. Er verweist auf Vorschriften der Gemeindeordnung, nach denen Grundstücksangelegenheiten vertraulich zu behandeln seien. Er spricht jedoch von einer „schwierigen Grundstückssituation im Bereich des Schulzentrums“, die dem Rat bereits seit Jahren bekannt sei. „Sie bedarf, vollkommen unabhängig von der Frage eines Schulneubaus, einer Bereinigung“, bestätigt Pannen. Daran arbeite die Verwaltung seit 2006.
Der Verwaltungschef erklärte den GN jedoch: „Die für einen Schulneubau erforderlichen städtischen Flächen stehen am Schürkamp zur Verfügung.“ Auf die beiden derzeit favorisierten Varianten eines Schulneubaus unmittelbar an der Brennereistraße beziehungsweise unmittelbar am Schürkamp (die GN berichteten) gebe es daher „keine direkten Auswirkungen“.
Dem entgegnet CDU-Fraktionschef Hermann Schulze-Berndt: „Ob die heutige Grundstückssituation einem Schulneubau im Wege steht oder nicht, müsste dem Rat im Detail noch genau belegt werden. Bisher hat der Bürgermeister dazu erst einige grobe Behauptungen vorgetragen.“ Ob alle vorliegenden Varianten von der Grundstücksfrage nicht berührt werden, erscheine der CDU-Fraktion derzeit fraglich. Darüber hinaus stelle sich die Frage, ob Spielräume nicht nur für die Bauten, sondern im Umfeld auch für Wege und Außenflächen nützlich oder erforderlich seien. „Dass das Grundstück der bereits vorhandenen Turnhalle der Stadt nicht ganz gehört, ist ebenfalls zu beachten“, betont Schulze-Berndt.
Die Kosten: Muss die Stadt Bad Bentheim am Schürkamp Grundstücke kaufen, entstehen ihr Kosten. Diese „unvorhersehbaren Mehrkosten“ sollen dann laut Pannen durch zusätzliche Erlöse aus Grundstücksverkäufen an anderer Stelle, die ebenfalls bislang nicht im Haushalt veranschlagt sind, ausgeglichen werden. Das werde bereits kommende Woche Thema im Rat sein. Doch Hermann Schulze-Berndt warnt: Den Kauf von Grundstücken durch den Verkauf anderer Flächen zu finanzieren, sei kein Nullsummenspiel, sondern führe zu einem Verlust an städtischem Vermögen.
Volker Pannen betont: Die gesamte Finanzierung des Schulneubaus werde die Politik im Juni beschäftigen. Dann hat die Stadt bekanntlich die Möglichkeit, gegebenenfalls vom Verkauf des alten Schulgeländes an der Marktstraße an die Firma K+K zurückzutreten. Bei den Beratungen in den kommenden Wochen werden aus Sicht des Verwaltungschefs „sicher auch die Gesamtumstände des Haushaltes eine Rolle spielen, der momentan durch erwartungsgemäß wieder leicht gestiegene Gewerbesteuereinnahmen bei nach wie vor äußerst zurückhaltender Ausgabenbewirtschaftung geprägt wird“. Sprich: Pannen setzt darauf, dass sich bis zur endgültigen Entscheidung über einen Neubau die Haushaltslage etwas entspannt haben wird.
Die Vorwürfe: Hinter den Kulissen, in nichtöffentlichen Sitzungen, wird der Streit um den Schulneubau und die finanzielle Lage der Stadt immer schärfer. Dass die CDU nun mit dem Grundstücksthema an die Öffentlichkeit gegangen ist, kritisiert Volker Pannen. Die Fraktion verstoße damit gegen die Gemeindeordnung. „Sie fügt der Stadt damit in laufenden Verhandlungen Schaden zu, auch wenn ihr vorrangiges Ziel ein persönlicher Angriff ist“, beklagt sich der Bürgermeister.
Dem entgegnet Hermann Schulze-Berndt: „Wir haben in unserer Mitteilung weder genaue Zahlen noch Parzellen noch Namen genannt. Das ist kein Verstoß gegen die Vertraulichkeit, sondern vertretbar, zumal hier ein großes öffentliches Interesse besteht.“ Pannen habe in seiner Zeit als Vorsitzender der SPD-Fraktion selbst öffentlich zu Grundstücksfragen Stellung genommen, zum Beispiel zum neuen Standort des Bauhofes. Dieses Recht müsse er auch anderen zugestehen. Pannens Vorwurf, die CDU wolle ihn vor allem persönlich angreifen, weist Schulze-Berndt zurück. „Richtig ist vielmehr, dass uns die Sorge um das Projekt Grundschule bewogen hat.“
Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen stellt sich an die Seite des SPD-Bürgermeisters. Grundstücksgeschäfte seien verantwortungsvoll und vertraulich zu führen, fordert deren Mitglied Michael Aßmann. „Wer hier öffentlich wird, macht deutlich, dass er kein Verhandlungsergebnis will, sondern dem Interesse der Kinder und des Gemeinwohls – also dem Haushalt – schaden möchte, um sich zu profilieren.“ Die CDU versuche, notwendige Abwägungsprozesse zu verhindern. „Da steht sie Seite an Seite mit der auch in dieser Sache vollkommen unreflektierten FDP“, teilt Aßmann weiter aus. Die Liberalen sprechen sich bekanntlich als einzige im Rat vertretene Partei strikt gegen den Neubau einer Grundschule aus.
Gegen die Stimmen von CDU und FDP hat der Rat der Stadt Bad Bentheim den Haushalt 2010 verabschiedet. Während SPD und Bündnisgrüne klare Ansätze zur Konsolidierung erkennen, warnt die CDU vor einer „prekären finanziellen Situation“.
Der Haushalt 2010 der Stadt Bad Bentheim weist im Ergebnishaushalt einen Fehlbetrag in Höhe von fast 1,18 Millionen Euro aus. Im Finanzhaushalt fehlen gut eine Million Euro, die als Kredit aufgenommen werden sollen. Dieser Betrag könnte sich noch erhöhen, weil in dem erstmals nach den Regeln der Doppik aufgestellten Zahlenwerk noch keine Abschreibungen berücksichtigt sind. Die Verwaltung geht daher davon aus, dass im Laufe des Jahres ein Nachtragshaushalt erforderlich werden wird.
In der Ratssitzung am Montagabend im Forum des Burg-Gymnasiums stellte Bürgermeister Volker Pannen, wie bereits in den beiden vorausgegangenen Sitzungen des Finanzausschusses, den Haushalt ausführlich vor (die GN berichteten mehrfach). Bekanntlich geht die Verwaltung davon aus, dass sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die im Vorjahr auf unter eine Million Euro dramatisch eingebrochen waren, wieder erholen werden. Der Ansatz in Höhe von 3,5 Millionen Euro sei „vorsichtig geschätzt“, sagte Volker Pannen. Als Ziel gelte daher, die für 2010 zurzeit vorgesehene Neuverschuldung doch noch zu vermeiden. Auch beim Haushalt 2009 war dies nachträglich über den Kassenabschluss noch gelungen.
„In der CDU-Fraktion gibt es große Sorgen um die finanzielle Situation der Stadt“, sagte Heiner Beernink in der Haushaltsdebatte. Zuvor hatte sein Fraktionskollege Günter Hasebrock bereits vorgerechnet, wie prekär die Lage der Stadt sei. Die Fraktion stellte daher, wie angekündigt, vier Bedingungen für ihre Zustimmung zum Haushalt:
• Die Personalkosten sollten um zwei Prozentpunkte und ab 2011 jährlich um drei Prozentpunkte gesenkt werden.
• In Gildehaus sollten der geplante Marktplatz am Neuen Weg und die Umwandlung der Schwimmhalle in ein Dorfgemeinschaftshaus aus der Dorferneuerung gestrichen werden.
• Für den städtischen Anteil am Sanierungsprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sei größtmögliche Zurückhaltung anzustreben.
• Die Gewerbesteuer sollte nicht, wie vorgesehen, um zehn auf 340 Punkte angehoben werden.
Die Mehrheit aus SPD und Bündnisgrünen lehnte alle diese Forderungen ab. Der Haushalt sei „stark durchgearbeitet“, man dürfe nun nicht „in eine Schockstarre verfallen“, warnte Michael Aßmann (Grüne). Bürgermeister Volker Pannen (SPD) verwies auf „deutliche Konsolidierungsansätze“ im Haushalt. SPD-Fraktionssprecher Friedbert Porepp betonte: „Die Finanzlage beklagen und die Hände in den Schoß legen – das können wir uns nicht leisten.“ Die Stadtverwaltung sei nicht überbesetzt, betonte Porepp. Und: „Betriebsbedingte Kündigungen sind mit der SPD nicht zu machen.“ Friedhild Füser, parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion, erklärte: „Von Luxus kann in diesem Haushalt nicht die Rede sein.“
Die Pläne der Stadt Bad Bentheim, am Schürkamp eine neue Grundschule zu bauen, sind mit dem Verkauf der alten Schule an die Firma K+K einen großen Schritt voran gekommen. Nun müssen die laufenden Untersuchungen der Projektsteuerung zeigen, ob ein Neubau zu finanzieren ist.
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Von Steffen Burkert - Bad Bentheim. Eine rot-grüne Mehrheit im Rat der Stadt Bad Bentheim hat am Montagabend beschlossen, den Schulstandort Marktstraße an die Firma K+K zu verkaufen. Die will dort bekanntlich in drei Jahren ein Einzelhandelszentrum errichten (siehe Bericht unten). Bis dahin soll am Schürkamp eine neue Grundschule gebaut werden. Sollte sich ein solcher Neubau als nicht finanzierbar erweisen, kann die Stadt den Verkauf der alten Schule an zwei vertraglich festgelegten Terminen noch rückgängig machen.
Die CDU war zuvor im Rat mit ihrem Antrag gescheitert, eine Entscheidung über den Verkauf zu verschieben, bis die Kosten für einen Neubau ermittelt sind und bis Gespräche mit der Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (BBI) über einen möglichen Kaufkraftabfluss aus der Innenstadt geführt wurden. Die CDU-Fraktion stimmte daraufhin ebenso gegen den Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt wie die FDP.
Der Abstimmung war eine einstündige, engagierte Debatte vor zahlreichen Zuschauern im Forum des Burg-Gymnasiums vorausgegangen. Schon in den Tagen zuvor hatten die Parteien ihre Positionen öffentlich erläutert (die GN berichteten mehrfach ausführlich).
SPD und Grüne betonten noch einmal, dass sie einen Schulneubau aus pädagogischen Gründen für unausweichlich und zudem für finanzierbar halten. Eine Sanierung der alten Schule an der Marktstraße sei hingegen nicht vertretbar. „Wir wollen es uns nicht leisten, in einen nicht zukunftsfähigen Schulstandort zu investieren“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Friedbert Porepp. „Und ich bin nicht bereit, die nächsten Generationen von Grundschülern in dieses Gebäude zu schicken.“ Gerd-Friedrich de Leve äußerte die Ansicht, ein Neubau sei „auf lange Sicht günstiger“, als nun zu beginnen, den alten Standort zu sanieren.
Stefan Gerdes (Bündnisgrüne) bekräftigte, dass ein neues Schulgebäude vor allem aus pädagogischen Gründen unumgänglich sei. Sein Parteifreund Michael Aßmann erklärte: „Es geht nicht darum, ob ein Neubau wünschenswert ist. Bildung ist eine Pflichtaufgabe.“
Für die CDU hatte zuvor deren Fraktionsvorsitzender Hermann Schulze-Berndt bekräftigt, dass seine Partei eine neue Grundschule weiterhin für wünschenswert halte, dass jedoch zunächst geklärt werden müsse, ob ein Neubau für die geforderte Preis-Obergrenze von fünf Millionen Euro möglich ist. Sein Stellvertreter Heiner Beernink versprach: „Wenn es den Neubau für fünf Millionen Euro gibt, dann stimme ich zu.“
Günter Hasebrock (CDU) hingegen hält das gesamte Projekt für unbezahlbar. Angesichts der „dramatischen Haushaltslage“ werde er aus rein finanziellen Gründen auf jeden Fall gegen einen Neubau stimmen, kündigte er an. Ingrid Niehaus (FDP) bekräftigte ihre grundsätzliche Ablehnung und warnte vor einem „Verschuldungsmarathon“.
In der Abstimmung traten die Fraktionen geschlossen auf: Die 13 Mitglieder der SPD-Fraktion und der SPD-Bürgermeister sowie die zwei Bündnisgrünen votierten für den Verkauf der alten Schule und einen Neubau. Die zwölf anwesenden CDU-Fraktionsmitglieder sowie die FDP-Ratsfrau stimmten dagegen.
Pressemitteilung vom 15. März 2010
Für die Forderung der CDU-Fraktion, den Verkauf des Schulgeländes Marktstr. an die Firma K+K um weitere 2 Monate zu verschieben, hat die Fraktion B‘90/Die Grünen kein Verständnis.
Die BBI zum jetzigen Zeitpunkt als Argument zu benutzen, entbehrt jeder Grundlage. Seit Monaten gibt es in der Stadt kein anderes Thema mehr als das zukünftige Fachmarktzentrum an diesem Standort. Die BBI hatte also genug Zeit, ihre evtl. Bedenken hiergegen öffentlich zu erklären. Dies ist aber bis heute nicht geschehen.
Diese Bedenkenträgerpolitik auf Seiten der CDU-Fraktion hätten sich B‘90/Die Grünen gerne bei der Planung und dem Bau des Familienbades gewünscht. Gerade bei den Kosten in Höhe von 2,5 Mio. EURO für den Bau der Luxus-Saunaanlage gab es von Seiten dieser CDU-Fraktion keine Einwände und wurde voll mitgetragen.
Als die Haushaltslage der Stadt es zuließ, wurden somit die Steuergelder mit Zustimmung dieser Fraktion ausgegeben und keine Rücklagen gebildet.
In der Bundespolitik ist gerade der Haushalt 2010 mit einer Rekordverschuldung verabschiedet worden. Mit der FDP zusammen wurden Steuergeschenke an das Hotelgewerbe in Millionen-Höhe beschlossen. Auf der kommunalen Ebene aber will die CDU jetzt auf die Ausgabenbremse treten, wo es nur geht.
Wie soll der Bürger dieses zwiespältige Verhalten verstehen ?
Die Entscheidung über den Verkauf des Schulgeländes an K+K muss nun endlich getroffen werden. Denn nur mit dieser Entscheidung haben alle Seiten Klarheit und Sicherheit für weitere Planungen.
Das Verlangen der CDU-Fraktion, weitere 2 Monate zu warten, kann man daher nur als einen bewussten Affront gegenüber dem Kollegium, den Eltern und auch letztendlich den Kindern der Grundschule Marktstr. verstehen. Denn diese müssen in einem alten und nicht mehr zeitgemäßen Gebäude lehren und lernen.
Gerade in den Bereich Bildung muss investiert werden, denn hier liegt einer der Schlüssel für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft.
Auch aus ökologischen Gründen ist es sinnvoll endlich Fakten zu schaffen. Durch den Neubau der Grundschule kann die Stadt Bad Bentheim eine Energieeinsparung von ca. 450.000 KWh pro Jahr erreichen. Somit wird auch der städtische Haushalt auf Dauer spürbar entlastet.
Wie das Ratsinformationssystem der Stadt Bad Bentheim besser und transparenter werden kann, das soll auf Antrag von Michael Aßmann (Bündnisgrüne) Thema in einer Ratssitzung werden. Wie nötig diese Diskussion ist, zeigte in der jüngsten Ratssitzung schon die Einwohnerfragestunde. Das FDP-Mitglied Peter Wiering hatte darauf hingewiesen, dass weder die letzte Ratssitzung, die um 19.30 Uhr begann, bis 17 Uhr angekündigt war, noch der Nachtragshaushalt im Internet zu finden gewesen sei, über den in der Sitzung diskutiert werden sollte. Außerdem gebe es nur eine Version für Adobe Reader und nicht für Word oder Power-Point.
Michael Aßmann nahm diese Kritik auf und verwies auf seine eigenen Erfahrungen: Das Info-System im Internet sei nicht nur lange nicht gefüttert worden, es funktioniere auch bisweilen nicht und sei damit nicht leistungsfähig. Es sei nötig, sich bei anderen Kommunen darüber zu informieren, wie wirkliche Bürgernähe praktiziert werden könnte.
Bürgermeister Volker Pannen (SPD) wies darauf hin, dass nicht das System an sich teuer sei, sondern die Personalausgaben, damit es gepflegt würde. Das sei offenbar nicht hinreichend geschehen und soll 2010 besser werden. „Es müssen immer Leistungen mit Personalausgaben in Verbindung gebracht werden“, sagte Pannen. 2009 sei die Kämmerei personell verstärkt worden, um die bis 2012 nötige vorgeschriebene Umstellung auf die so genannte Doppik – und damit auf ein neues Haushaltsrecht – umgesetzt werden. Auch das Ideen- und Beschwerdemanagement habe unter dieser Schwerpunktsetzung gelitten. „Mit einer Informations-Mail hätte man das ja ganz leicht mitteilen können, wenn man es für wichtig erachtet hätte“, war Michael Aßmanns Kommentar.
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Als „traurige Entwicklung bei grenzüberschreitenden Projekten“ bewerten die Grünen das Vorhaben, den Regionalflughafen Twente auszubauen. Nach einem Treffen in Bad Bentheim mit Bürgermeister Volker Pannen, dem Ersten Stadtrat in Nordhorn, Markus Schlie, dem Regionalplaner des Landkreises, Bernd Oncken, und dem Vorsitzenden der GrünLinks-Fraktion im Hengeloer Stadtrat, Wim Jager, hoffen die Grünen-Politiker Dorothea Steiner (Landesvorsitzende Niedersachsen), Dieter Kunert (Grafschafter Kreisvorsitzender) und der Bundestagskandidat für den Wahlreis Mittelems, Michael Fuest (Lingen), nicht nur auf breiten Widerstand aus der Politik, sondern auch aus der Bevölkerung.
ach Ansicht von Dorothea Steiner werden zunächst nur die Minimalplanungen vorgelegt, um später die Zahl der Flugbewegungen um 10000 auf 38000 zu erhöhen. Das würde aber eine Verdoppelung der Fluggastzahlen auf 2,4 Millionen bedeuten, weil die Grünen davon ausgehen, dass die 3000 Meter lange Startbahn in der Twente auch für Interkontinentalflüge und damit für große Maschinen genutzt würden. Auch Michael Fuest spricht von einer „Salamitaktik“. Er geht wie Steiner davon aus, dass Enschede auf Dauer als Ausweichflughafen für Amsterdam genutzt werden soll. Mit den Flughäfen in Münster/Osnabrück und Düsseldorf sei die Region schon gut genug versorgt.
Mit den jetzt vorgelegten Zahlen werde die Lärmbelästigung nur heruntergespielt. Sollten Beteiligungsrechte beim Umwelt- oder Lärmschutz nicht eingehalten werden, müsste am Ende vielleicht sogar der Europäische Gerichtshof entscheiden, meinen die Grünen-Politiker. Ohnehin stößt bei ihnen die „Friss-oder-Stirb-Politik“ bei diesem grenzüberschreitenden Projekt auf Kritik, weil damit das bisher praktizierte Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme ausgehebelt werde.
Zumal es angesichts der Gefahren durch Nordhorn-Range geradezu abenteuerlich anmute, dass beim Flugbetrieb dort die Range umflogen werden soll oder die Maschinen steiler in den Himmel starten müssten. Solche Einflugschneisen würden vor allem das Stadtgebiet von Bad Bentheim, aber auch von Nordhorn treffen – ganz abgesehen von den Wochenenden oder den Sommerferien, wenn es keinen Flugbetrieb auf der Range gebe. Für die Schließung der Range wollen sich die Grünen nach wie vor einsetzen. In solchen Zeiten könnten die Bürger sicher sein, dass der Regionalflughafen Twente noch ausgiebiger genutzt würde, hieß es.
Hoffnung machte der niederländische Grünen-Politiker aus Hengelo, dass der dortige Rat sich mit Mehrheit gegen das Flughafen-Projekt aussprechen könnte. Und andere Kommunen könnten folgen, sodass Enschede hinterher alleine mit befürwortender Haltung dastehen würde. Das allein würde das Projekt vielleicht nicht aufhalten, aber es wäre ein „starkes politisches Signal“.
Vermisst wird vom Bad Bentheimer Grünen-Stadtratsmitglied Michael Aßmann eine Stellungnahme der Euregio, die sich bisher gar nicht zu dem Projekt geäußert habe. Seine These: „Vielleicht liegt das ja daran, dass in den dortigen Gremien keine Grünen vertreten sind.“
Die Bad Bentheimer Bündnisgrünen wollen, dass am Schürkamp eine wirklich neue Schule entsteht, wenn dort ab Schuljahresbeginn 2012 ein Schulzentrum mit Realschule und neu zu bauender Grundschule den Betrieb aufnehmen soll. „Es muss eine Schule für alle sein, architektonisch und pädagogisch“, fordert das Grünen-Ratsmitglied Michael Aßmann, der selbst Lehrer ist.
„Bad Bentheim braucht eine Bildungsoffensive, in Gildehaus wird das seit einiger Zeit mit Erfolg vorgemacht“, schreibt Aßmann in einer Pressemitteilung. Noch werde in Bad Bentheim nur gespart. Die CDU wolle „eine kleine Lösung für billig Geld“, der FDP „reicht, was es gibt, nämlich kein Geld für Kinder“. Der Stadt als Schulträger könne es zudem ziemlich egal sein, wer wo Direktor wird. Es sei denn, „es geht um Rückschritt, um Bewahren des Status Quo“. Den aber hätte man lange genug gehabt.
Nach Ansicht von Aßmann ist es im Prinzip „pädagogischer Unfug“, eine Primarschule mit einer Realschule zu kombinieren. Es ließen sich zum Beispiel Fachräume nicht kombinieren, da höchst unterschiedliche Stühle und Tische notwendig seien, und auch verschiedene Materialien. Nicht einmal eine gemeinsame Mensa mit identischem Mobiliar sei möglich angesichts der Größenunterschiede der Kinder.
Überdies sei die Schule der Zukunft – per Gesetz geregelt – eine inklusive Schule, in der alle behinderten Kinder die Regelschule besuchen, wenn kein Antrag vorliege. Das bedeute für einen Neubau nicht nur Barrierefreiheit, sondern auch Extraräume, weil die Beschulung im Klassenverband nicht immer möglich sei. Das sei mit einer Kostendeckelung nur schwer zu erreichen, ansonsten sei aber mit hohen Folgekosten für die Nachrüstung zu rechnen.
Ein aktualisiertes pädagogisches Konzept benötige nicht nur die „Primarstufe als Gesamtschule“, sondern auch die Realschule, weil keine vorsortierten Schüler mehr kämen. Außerdem würden alle Schulen Ganztagsschulen werden (bis 15 Uhr).
Der Rat der Stadt Bad Bentheim hat am Mittwochabend mit knapper Mehrheit eine Erweiterung des Einkaufszentrums am Ortsausgang Richtung Schüttorf abgelehnt. Auch das Interesse der Schnellrestaurant-Kette McDonald’s änderte nichts an der ablehnenden Haltung von CDU, FDP und Grünen.
Von Steffen Burkert - Bad Bentheim. Politik und Verwaltung trugen im Rat vor rund 40 Zuschauern eine Vielzahl an bekannten Argumenten für und gegen die Ansiedlung von insgesamt sieben Fachmärkten an der Heinrich-Heine-Straße vor. Zudem äußerten einzelne Politiker von CDU, FDP und Bündnisgrünen in einer stellenweise emotionalen Debatte deutliche Kritik am Vorgehen der Verwaltung und erhoben zum Teil persönliche Vorwürfe gegen Bürgermeister Volker Pannen (SPD).
Zu Beginn listeten Erster Stadtrat Heinz-Gerd Jürriens für die Verwaltung und Friedbert Porepp für die SPD-Fraktion eine Reihe an Gründen auf, warum sie die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums mitsamt einem McDonald’s-Restaurant am Stadtrand befürworten. Dabei war unter anderem von einer Konzentration und Modernisierung des Einzelhandels die Rede, von einer optischen Aufwertung des Ortseingangs, von einer Abrundung dieses Gebiets und neuen Gestaltungsmöglichkeiten für den frei werdenden Kaiserhof an der Bahnhofstraße, von der Verwertung eines seit langem brach liegenden städtischen Grundstücks, von einer neuen Zufahrt auch für die Feuerwehr auf Kosten der privaten Investoren sowie von zusätzlichen Arbeitsplätzen, wenn auch überwiegend im Niedriglohnsektor.
Die SPD-Fraktion sei mehrheitlich zu dem Schluss gekommen, dass es in Bad Bentheim keinen geeigneten Alternativstandort für eine An- beziehungsweise Umsiedlung von Märkten wie Netto, Rossmann, Ernstings Family, Takko, Deichmann und KiK gebe. „Viele junge Leute wünschen sich einen McDonald’s, andere Kommunen würden eine solche Ansiedlung mit Kusshand nehmen“, ergänzte Porepp. Seine Fraktion stimmte geschlossen für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans – mit Ausnahme von Friedhild Füser, die bei ihrer bereits im Bauausschuss geäußerten ablehnenden Haltung blieb (die GN berichteten ausführlich).
„Müssen wir uns von McDonald’s erpressen lassen?“, fragte dagegen Helena Hoon für die CDU. Schon im Stadtentwicklungskonzept habe der Rat diesen Einzelhandelsstandort als „nicht vordringlich“ eingestuft, der Bauausschuss habe das Vorhaben schließlich „strikt abgelehnt“. Christel Somberg (ebenfalls CDU) verwies auf den Flächenverbrauch, kritisierte eine „trotz neuer Straße bedenkliche Verkehrsanbindung“, konnte „eine optische Aufwertung nicht erkennen“ und forderte Gewissheit über die Entwicklung des Kaiserhofs.
Helena Hoon sagte: „Wir haben im Stadtgebiet zig leer stehende Gebäude. Kein Mensch kümmert sich darum. Der Bürgermeister sollte sich vordringlich um Schaffung neuer Geschäfte in der Innenstadt bemühen.“
Ein Vorwurf, den weder Pannen selbst noch die SPD-Fraktion so stehen lassen wollten. Die Stadt könne keine Geschäfte ansiedeln, sie sei jedoch dafür zuständig, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen. Und dieser Aufgabe komme sie nach. Die Innenstadt werde massiv von der Sanierung der Wilhelmstraße und von der Eröffnung des Ferienparks profitieren, sagte Volker Pannen voraus. „Wenn man uns eins nicht vorwerfen kann, dann dass wir in der Wilhelmstraße nicht tätig wären“, entgegnete der Bürgermeister.
Kritik entzündete sich vor allem an der Verknüpfung von McDonald’s und Fachmarktzentrum. „Das Eine gibt es nicht ohne das Andere und umgekehrt“, berichtete Erster Stadtrat Jürriens aus den Verhandlungen. Ohne benachbarte Geschäfte sei die zu erwartende Zahl an Gästen im Restaurant zu gering. „Mit Verlaub: Wenn sich der Standort Bad Bentheim für McDonald’s in irgendeiner Weise rechnet, dann wird die Ansiedlung nicht von einem Verbrauchermarkt abhängig sein“, behauptete dagegen Stefan Gerdes (Bündnisgrüne). Er befürchtet zudem einen „massiven Konkurrenzkampf der Discounter“.
Dass sich der Rat überhaupt erneut mit einem solchen Einzelhandelszentrum befassen müsse, obwohl sich die politische Mehrheit bereits des Öfteren eindeutig ablehnend geäußert habe, sei „eine Missachtung des Rates“, empörte sich Gerdes. Das Gegenteil sei der Fall, entgegneten Bürgermeister Pannen und Vertreter der SPD: Eine öffentliche Diskussion im Rat sei ehrlicher und transparenter als eine Entscheidung hinter verschlossenen Türen im Verwaltungsausschuss. „Es kann doch nicht meine Aufgabe sein, solche Anfragen schon im Vorfeld abzublocken“, betonte der Verwaltungschef.
Letztlich stimmte die Mehrheit des Rates für die Beschlussvorlage von Friedhild Füser aus dem Bauausschuss. Die Verwaltung soll „im Stadtgebiet geeignete alternative Standorte für Gewerbeansiedlungen ermitteln, die den Vorgaben nach verstärkter Innenstadtentwicklung, der Revitalisierung von Brachflächen, der Nutzung von leer stehender Bausubstanz und einer angemessenen Nachverdichtung entsprechen“.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bad Bentheimer Stadtrat hat beim Bürgermeister der Stadt Akteneinsicht beantragt: Sie wollen damit klären, dass das für die Pflasterung der Wilhelmstraße vorgesehene Material vorab zertifiziert und erst dann bestellt wird. Michael Aßmann geht davon aus, dass auch der CDU-Fraktion und der Ratsfrau der FDP „an dem zweifelsfreien Nachweis gelegen ist, dass nicht Steine, die mit Kinderarbeit gewonnen wurden, Verwendung finden“.
Hintergrund ist das von der Stadt gewählte Verfahren zur Projektsteuerung und Architektenauswahl für das geplante Frei- und Hallenbad beim Ferienpark Gut Langen. Dafür wird es keinen Architektenwettbewerb geben. Bürgermeister Volker Pannen wies die Beschwerde Aßmanns zurück.
Im Namen der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bad Bentheimer Stadtrat hat Fraktionsvorsitzender Michael Aßmann gestern der Stadtverwaltung schwere Vorwürfe gemacht, die unter dem Begriff „Mauschelei" zusammengefasst werden können. Aßmann reagierte damit auf eine Mail von Bürgermeister Dr. Volker Pannen, in der er über den Zeitablauf des VOF-Vergabeverfahrens für die ersten Planungsleistungen für das geplante Kombibad informierte. Die Mail liegt den GN vor.
VOF steht für „Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen". Gemeint ist damit in diesem Fall, dass die Stadt aufgrund des engen Zeitrahmens keinen Architekturwettbewerb ausschreiben wollte. Das Kombibad muss zusammen mit dem Ferienpark im Jahr 2009 eröffnet werden. Stattdessen wurde das VOF-Verfahren gewählt, nach dem die gewünschten Leistungen zwar auch europaweit ausgeschrieben werden, sich Architekturbüros jedoch gezielt, unter der Angabe von Referenzobjekten, bewerben können.
Mit der Abwicklung dieses Verfahrens beauftragte die Stadtverwaltung nach einem Beschluss des Rates am 1. Oktober die Agentur AGN-Niederberghaus & Partner in Ibbenbüren. Nach deren Angaben ist das beschleunigte Vergabeverfahren seit 2001 rechtlich möglich. 19 Architekten hätten ein Angebot gemacht, 15 hätten alle Bedingungen erfüllt und seien nach einem festgelegten Verfahren bewertet worden. Die Ergebnisse der vier „übrig gebliebenen" Architekten sollen am 5. Dezember im Verwaltungsausschuss des Rates vorgestellt und diskutiert werden. Ein Arbeitskreis, der proportional aus Ratsmitgliedern und Vertretern weiterer Gremien besteht, soll schließlich nach Begutachtung der Unterlagen dem VA einen Vorschlag für die Erteilung des Auftrags machen.
Über diese Schritte hatte Pannen in seiner E-Mail am Montagabend informiert. Dazu schrieb Aßmann gestern unter anderem an Landrat Friedrich Kethorn als Leiter der Dienstaufsichtsbehörde: „Gegen das in Ihrer Mail von heute skizzierte Verfahren zur Findung eines Entwurfs für das geplante Kombibad in Bad Bentheim legt unsere Fraktion Beschwerde ein." – „Nur durch Zahlenschieberei" sei die AGN an den Auftrag der Projektsteuerung gelangt. Das Angebot der AGN habe um 500 Euro unter der Grenze von 211000 Euro gelegen, ab der eine Ausschreibung erfolgen muss. Die Folge sei, dass es, wie von der AGN vorgeschlagen, keinen öffentlichen Wettbewerb „zur Findung eines optimalen oder sogar des bestmöglichen Entwurfs" geben werde. Die Auswahl der vier verbleibenden Architekturbüros sei für die Ratsgremien nicht transparent, der AGN bei der Auswahl „freie Hand" gelassen worden. Davon gingen die Grünen aus.
In Aßmanns Schreiben heißt es weiter: „Wenn nun auch noch die Vorauswahl eines Entwurfs in einem Arbeitskreis ohne unsere Beteiligung und die von Frau Niehaus (Proportionalitätsprinzip statt Repräsentationsprinzip) stattfindet, verengt sich die Auswahl noch weiter. Man bleibt unter sich im kleinen Kreis der Bentheimer Großen Koalition. – Mit demokratischen oder marktorientierten und damit auch ökonomischen Prinzipien hat dieses Verfahren wenig gemein; eher damit, etwas rasch mit guten Freunden durchzuwinken. Und jeder Freund verdient daran nicht unerheblich." Ein solches Verfahren sei „in hohem Maße korruptionsfördernd".
In einer Stellungnahme gegenüber den GN zeigte sich Pannen, der ebenfalls Aßmanns Mail bekommen hatte, empört. Das gewählte Verfahren sei rechtlich unanfechtbar und politisch und moralisch einwandfrei. Schriftlich teilte Pannen mit: „Der Vorwurf, AGN sei bei der Auswahl der am weiteren Verfahren zu beteiligenden Architekturbüros freie Hand gelassen worden, trifft nicht zu. Tatsächlich ist nach nachvollziehbaren und gewichteten Kriterien, die vorab mit Herrn Jürriens und mir abgestimmt worden waren, die Wahl auf vier Büros gefallen, die danach am besten abgeschnitten hatten. Bereits in diesem Verfahrensstadium die Politik über das Maß einer – erfolgten – Information einzubeziehen, ist weder rechtlich geboten noch zweckmäßig."
Weiter heißt es in Pannens Stellungnahme: „Das weitere Verfahren zur Auswahl unter den vier – in die engere Wahl gekommenen – Büros wird nach ebenso nachvollziehbaren und gewichteten Kriterien unter maßgeblicher Beteiligung des dafür gegründeten Arbeitskreises und des Verwaltungsausschusses vollzogen. Lediglich aus vergaberechtlichen Gründen, gerade um hier keine angreifbare Entscheidung zu treffen, wird ein gesonderter Kreis für dieses aufwendige Verfahren eingesetzt."
Direkt an Aßmanns Adresse richtete Pannen den Vorwurf, sogar unter Aufgabe seiner eigenen, früher geäußerten Meinung „gegen alle für die Zukunft der Stadt wichtigen und mit dem Landkreis abgestimmten Projekte" zu opponieren. „Ihnen geht es nicht um die Sache", meint Pannen abschließend.
"Betriebsgelände Diederichs": Dieser Tagesordnungspunkt stellte den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Bad Bentheimer Rates am Montagabend vor ein klassisches Dilemma. "Wir wollen dem Unternehmen helfen, aber nicht einem Unternehmer, der sich so verhält", brachte Ratsherr Michael Aßmann (Bündnis 90/Die Grünen) das Problem auf den Punkt. Letztlich sprach sich die Mehrheit des Ausschusses für eine Erweiterung des Betriebsgeländes aus, zeigte sich zugleich jedoch empört darüber, dass auf dem Grundstück schon vor den noch ausstehenden Satzungsbeschlüssen Fakten geschaffen worden waren.
Wie berichtet, war das Erweiterungsgelände an der Ochtruper Straße vorab abgeholzt und das anfallende Material zum Teil verbrannt worden. Die Umweltschutzorganisation BUND hatte dieses Vorgehen als "illegal und skandalös" kritisiert.
Firmeninhaber Holger Diederichs dagegen fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Seinem Architekten sei bereits Anfang November 2006 in einem persönlichen Gespräch in der Kreisverwaltung mitgeteilt worden, dass ein Abholzen kein Problem darstelle, versicherte Diederichs in einem Gespräch mit den GN. Nur die Stubben dürften noch nicht entfernt werden, was auch nicht geschehen sei.
Während der Rodungsarbeiten im Februar und März habe es mehrfach Gespräche mit Behördenvertretern vor Ort gegeben, ohne dass sich jemand an den laufenden Arbeiten gestört habe. "Hätte einer gesagt: Das dürft ihr noch gar nicht – wir hätten sofort damit aufgehört", betonte Diederichs. So aber sei er in dem Glauben gewesen, rechtens zu handeln. Dagegen erklärte Erster Stadtrat Heinz-Gerd Jürriens in der öffentlichen Ausschusssitzung, die Stadtverwaltung habe mehrfach darauf hingewiesen, dass vorbereitende Maßnahmen zur Betriebserweiterung nicht vorgenommen werden dürften.
"Mir schwillt der Kamm", kommentierte Heinrich von Brockhausen (CDU) diesen Vorfall. Der amtliche und ehrenamtliche Naturschutz sei brüskiert worden. "Es war überhaupt nicht nötig, sich das an sich sehr gute Image in Bad Bentheim so zu versauen", sagte von Brockhausen über das Unternehmen.
"Auf diesem Weg kommt er zu den billigst möglichen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen und kann den Baubeginn um mindestens ein halbes Jahr vorziehen", machte Michael Aßmann die Vorteile für den Unternehmer deutlich. Mit seinem Antrag, die Satzungsbeschlüsse zu vertagen und dem Antragsteller damit zumindest den Zeitvorteil zu verwehren, stand Aßmann jedoch allein.
SPD und CDU betonten bei aller Kritik, wie wichtig der Betrieb für Bad Bentheim gerade auch an diesem Standort an der Ochtruper Straße sei. Deshalb empfahl der Ausschuss letztlich mit deutlicher Mehrheit, die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan als Satzung zu beschließen. Abschließend entscheiden wird nun zunächst der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss und schließlich der Rat.
Unterdessen hat der Landkreis ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Das bestätigte die Kreisverwaltung auf GN-Anfrage. Das Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück ermittele zudem wegen der Verdachts der illegalen Verbrennung des gerodeten Materials. Einzelheiten nannte der Landkreis unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht. Auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen soll sich auch der Kreisausschuss mit diesem Thema befassen.
Der Landkreis soll sich nach dem Willen des Bau- und Planungsausschusses der Stadt Bad Bentheim dafür einsetzen, dass der Nordhorner Weg in Gildehaus als Kreisstraße vom Ortsausgangschild bis zur K 26 saniert wird und der innerörtliche Bereich mit seinen Geschwindigkeitsbeschränkungen dennoch erhalten bleibt. Ein einstimmiges Votum gab es für die Umwidmung der Gronauer Straße zur Kreisstraße.
Siebzig Anwohner des Nordhorner Weges in Gildehaus jubelten am Montagabend im Planungsausschuss der Stadt Bad Bentheim schon, als sich SPD, Grüne und FDP dem Drängen auf Verkehrssicherheit nachgaben. Damit wäre im Rat der Stadt Bad Bentheim eine Entscheidung im Sinne der Anwohner gewährleistet. Dennoch müssen sie sich noch gedulden, bis eine endgültige Entscheidung beschlossen wird.
Der Antrag von Michael Aßmann (Bündnisgrüne), den Nordhorner Weg außerorts vom Kreis sanieren zu lassen, erhielt mit den fünf Stimmen der CDU die Mehrheit gegen die fünf Stimmen der fünf SPD-Ausschussmitglieder, die nicht daran glauben, dass die Kreisverwaltung noch einlenkt oder sich im Kreistag für einen solchen Vorschlag die erhoffte Mehrheit findet. Insofern würde die Entscheidung doch nur vertagt ("Hinhaltetaktik"), den Nordhorner Weg als Gemeindestraße zu erhalten. Damit würden aber die Kosten für die dringend nötige Sanierung des außerörtlichen Bereiches auf die Stadt zukommen. Für die CDU würden damit "mehr als vier Millionen Euro verschenkt", die vom Landreis zu übernehmen wären, würde der Nordhorner Weg Kreisstraße. Als Kreisstraße aber würde die Tempobeschränkung innerorts aufgehoben und auch die Tonnagebeschränkung, so dass ein enormer anstieg des Schwerlastverkehrs befürchtet wird.
Die Stadtverwaltung hat die Sanierungskosten als Gemeindestraße erst einmal mit knapp 450000 Euro angesetzt. Von vier Millionen Kosten geht sie nicht aus, weil der Standard einer Gemeindestraße ein anderer wäre als der einer mit Mitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) teurer zu sanierenden Kreisstraße. Der Kreis hatte in Gesprächen immer wieder deutlich gemacht, dass er für solche umfangreichen Zuschüsse aus GVFG-Mitteln eindeutige Voraussetzung an eine Kreisstraße gestellt würden, unter anderem die Aufhebung von Tempo-30-Zonen innerorts und die Freigabe für den Schwerlastverkehr.
Michael Aßmann sieht beim Landkreis durchaus Spielraum für eine andere Entscheidung. Nicht nur in Ochtrup sei zu sehen, dass eine Kreisstraße durchaus Geschwindigkeitesbeschränkungen haben kann. Auch die Kreisstraße 9 in Suddendorf wurde in diesem Zusammenhang angeführt. Insofern lasse sich der Standpunkt der Kreisverwaltung durchaus aufheben, auch in puncto GVFG-Argumentation. "Das ist ein Festhalten an den Verkehrskonzepten der 70er Jahre und keine moderne Lösung", argumentierte Aßmann, der gehofft hatte, der Rat in seiner Gesamtheit hätte dem Kreis deutlich machen können, dass das Problem in seine Zuständigkeit fällt. "Wenn aber gar nichts mehr geht, dann werden wir die Gildehauser Bürger schützen", so Aßmann. Dieser Auffassung schloss sich die im Ausschuss nicht stimmberechtigte FDP an.
Eindeutig positioniert hatte sich die SPD, die sich eindeutig gegen Schwerlastverkehr durch ein Wohngebiet aussprach, was aber nur mit der Erhaltung des Nordhorner Weges als Gemeindestraße möglich sei. Schließlich gehe es nicht um eine kleine Minderheit, die davon betroffen sei, sondern um den ganzen Ortsteil Gildehaus. Zudem seien die Mehrkosten nicht so hoch wie in der Öffentlichkeit von der CDU dargelegt. Insofern seien die restlichen Sanierungskosten in den nächsten Haushalten unterzubringen. "Vielleicht müssen wir in diesem Fall nicht nur ans Geld denken, sondern auch an die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität der Bürger", sagte Jürgen Luksherm.
Die CDU hält den Vorschlag der Verwaltung auf Umstufung des Nordhorner Weges zur Gemeindestraße für einen folgendschweren Fehler (die GN berichteten ausführlich). Der Ausschussvorsitzende Reinhard Bonke machte auf die eigentlich eindeutige Rechtslage aufmerksam, musste sich aber sagen lassen: "Wo kein Kläger, da kein Richter." Heiner Beernink ging vor allem auf die finanziellen Folgen für die Stadt Bad Bentheim ein und nannte das Vorgehen eine "kapitale Fehlentscheidung". Er erinnerte noch mal an die Vorschläge der CDU für den innerörtlichen Teil des Nordhorner Weges, die ihn durch "Kreisverkehre, Tempobeschränkungen und Radwege sicherer gemacht hätten als vorher". Vor allem aber würden die für die Sanierung nötigen Millionen für andere Projekte fehlen. Damit würde der solide Finanzkurs der letzten Jahre geopfert.
Bürgermeister Volker Pannen hatte in seinem Eingangsvortrag zu einer sachlichen Diskussion aufgerufen, zumal alle Argumente in den vergangenen Jahren schon vorgetragen worden seien. Dies sei umso notwendiger, weil das Thema sehr mit Emotionen behaftet sei. Möglicherweise sei das Thema Nordhorner Weg ja entscheidend für die Wahl des neuen Bürgermeisters gewesen, umso mehr fühle er sich an sein Wahlversprechen gebunden, dass er sich um das Thema kümmern werde. Insofern bleibe er auch bei seiner persönlichen Auffassung. Klar sei aber auch, dass er in der entscheidenden Ratssitzung nur eine der insgesamt 31 Stimmen habe. Die CDU hat 14 Mandate, die SPD 13, die Bündnisgrünen zwei und die FDP eins.
Um die Planung für den Ferienpark Gut Langen in Bad Bentheim wird weiter heftig gerungen. Jetzt meldet die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen neue Bedenken an. Der Antrag für das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren enthalte nach seinen Informationen zwei neu festzusetzende Regenrückhaltebecken und den Ausbau eines Vorfluters quer durch ein Quellgebiet, schreibt Fraktionsvorsitzender Michael Aßmann an Bürgermeister Volker Pannen (SPD). "Alle drei Maßnahmen waren nicht Bestandteil der Bauleitplanung", kritisiert der Kommunalpolitiker.
Der Bebauungsplan für den Ferienpark war, wie seinerzeit berichtet, vom Rat der Stadt Bad Bentheim mit großer Mehrheit gegen die Stimme des damals einzigen Grünen-Ratsherrn Aßmann beschlossen worden. Bürgermeister Pannen bestätigte auf GN-Anfrage, dass im zurzeit im Rathaus öffentlich ausliegenden Antrag zwei zusätzliche Wasserflächen ausgewiesen sind. Michael Aßmann sieht darin "eine gravierende Änderung, die eine erneute Auslegung des Bebauungsplanes nach sich ziehen müsste, da die Entwässerungsverhältnisse und der Flächenverbrauch sich gravierend ändern".
Das sehen Bürgermeister Volker Pannen und Erster Stadtrat Heinz-Gerd Jürriens ganz anders. Sie betonen: Die beiden Wasserflächen seien zusammen kleiner als je eines der ohnehin vorgesehenen Regenrückhaltebecken. Durch sie werde nicht ein einziges Haus in seiner Position verändert. Daher werde der beschlossene Bebauungsplan sehr wohl eingehalten. "Der Willen des Rates wird nicht verletzt, sondern nur konkretisiert", erklärt Volker Pannen. "Ohne die Möglichkeit zur Konkretisierung würde das ganze wasserrechtliche Verfahren keinen Sinn machen."
"Es wird zu keiner Verzögerung kommen", verspricht Pannen. Allerdings hatte der Investor ohnehin schon angekündigt, erst im Sommer statt, wie zunächst geplant, bereits im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen zu wollen. Gründe für diese Verschiebung sind nicht bekannt.
Michael Aßmann betont in seinem Brief an die Stadt: "Ohne eine erneute Befassung der Ratsgremien sähe ich meine Rechte zur Mitgestaltung als Ratsmitglied verletzt." Er geht sogar noch weiter und fragt, ob durch seine neuerlichen Bedenken nicht "ein zusätzliches Indiz dafür geliefert wird, dass die Planungen zum Ferienpark in allen Phasen unprofessionell angelegt waren".
Bekanntlich waren die Pläne im vergangenen Jahr unter anderem wegen Änderungen am Entwässerungskonzept ein zweites Mal öffentlich ausgelegt worden. Jetzt aber ist eine erneute Auslegung des Bebauungsplans nach Ansicht der Stadtverwaltung nicht nötig.
Ohnehin sei die Stadt für das Schreiben Aßmanns der falsche Adressat, heißt es im Rathaus. Zuständig für die wasserrechtliche Planung ist der Landkreis. Der Bürgermeister betont: "Sowohl bei der der Stadt als auch beim Landkreis wird das Projekt zügig bearbeitet mit dem Ziel, rechtlich unangreifbare Voraussetzungen für den Ferienpark zu schaffen." Damit spielt er auch auf die angekündigte Klage von Naturschutzverbänden gegen die Ferienpark-Planung an. Bündnis 90/Die Grünen wollen diese Klage bekanntlich unterstützen.
Eine Befragung der Bentheimer Bevölkerung fordert das Ratsmitglied der Bündnisgrünen, Michael Aßmann. Die Befragung soll Aufschlüsse darüber liefern, welche Stärken und Schwächen die Einheimischen in Bad Bentheim sehen, und insbesondere, welche Entwicklungsziele sich die Bevölkerung wünscht, heißt es einem Schreiben an den Bürgermeister.
Aßmann geht es mit seinem Vorstoß darum, politische Entscheidungen und Verwaltungshandeln auf die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung abzustimmen. Gerade im Vorfeld der Kommunalwahlen liegt hier nach seinen Worten die Chance, Wahlprogramme daran zu orientieren, was die Wähler sich für die Zukunft wünschen und was als machbar erscheint. Gerade der Ausgang der Bürgermeisterwahl in Schüttorf zeige, wie leicht die etablierten Parteien offenbar den Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern verlieren könnten.
Durch eine Befragung wäre es aus Sicht von Aßmann überdies möglich, den Prozess zur Findung eines Leitbilds für die Stadt über den Rat hinaus auszudehnen. Unbedingt in die Befragung einbezogen werden sollte nach seiner Auffassung die Planung für den Ferienpark beim Gut Langen, weil sie von großer Tragweite für das Leben vor Ort sei. Gleiches gelte auch für die Frage nach einem neuen Standort für das Rathaus.
Das Ratsmitglied der Grünen macht sich ferner für die Erstellung eines Familienberichts durch die Stadtverwaltung stark. Dieser Bericht sollte alle relevanten Daten über die Lebenssituation von Familien in Bad Bentheim enthalten, die ohne Anwendung zusätzlicher statistischer Methoden vorliegen oder beschafft werden können. Um das Ziel zu erreichen, eine familienfreundliche Stadt zu werden, brauche der Stadtrat diese Erkenntnisse. Bislang lägen sie nur unvollständig vor. Sie zusammenzuführen und zu interpretieren, um Tendenzen zu erkennen und Notwendigkeiten für das städtische Handeln abzuleiten, sollte Aßmann zufolge Aufgabe eines solchen Berichts sein.

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